Edgar Sarton-Saretzki

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Edgar Sarton-Saretzki wurde 1922 in Limburg/Lahn geboren. Sein Vater, Nathan Saretzki, war Oberkantor der Liberalen Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main. Nach dem Besuch der Holzhausen-Volksschule und des humanistischen Lessing-Gymnasiums muss er 1934 auf das Philanthropin, die Reformrealschule der Jüdischen Gemeinde, wechseln. Am 16. April 1939 reist er nach England aus; seine Eltern bleiben in Frankfurt. Sie werden im August 1942 von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert und im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. In England erhält er durch Vermittlung einer jüdischen Hilfsorganisation eine Stellung als "Trainee" bei einer Tochterfirma von Marks und Spencer. Nach der Invasion Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht wird er als feindlicher Ausländer interniert und in ein Lager nach Kanada gebracht. Nach Kriegsende erwirbt er kanadischer Staatsbürgerschaft und arbeitet zunächst als Rundfunk- und Fernsehjournalist, bevor er später Europadirektor der kanadischen Provinz Alberta und Botschaftsrat (Investment) der kanadischen Botschaft in Bonn wird. Über das Buch: Es kommt ganz anders als erwartet. Gleich nach dem Grenzübertritt in Emmerich, der hakenkreuzgeschmückte Paß wird vom SS-Mann wortlos am 16. April 1939 abgestempelt, kam die Drohung des holländischen Zugführers, ihn, den 16jährigen Flüchtling aus Frankfurt, wieder über die Grenze abzuschieben. Auch das lang ersehnte Wiedersehen mit der Frankfurter Freundin Aenne in Arnheim endet mit einer Enttäuschung. Seit sie sich in Frankfurt trennen mussten und Aenne ein Internat in Holland besuchte, hatten sie sich entfremdet. In England, zunächst im Londoner Verbrecherviertel gelandet, hieß es, die feinen Schattierungen der Klassengesellschaft zu entschlüsseln. Zum einen im täglichen Alltag und später in der Textilfabrik in Leicester als einziger "foreigner" unter der nach Tausenden zählenden Belegschaft. Der Kriegsausbruch verwandelt den Flüchtling überraschend in einen feindlichen Ausländer und bald in einen Kriegsgefangenen. Nach Kanada deportiert, lernt er das weite Land als Holzfäller und Transportarbeiter kennen. Auch hinter Stacheldraht spiegelt sich die deutsche politische Gesellschaft wider. Plötzlich wendet sich das Blatt. Er wird Geheimnisträger in der kanadischen Hauptstadt Ottawa und schließlich auf den Tag genau sieben Jahre nach seiner Flucht aus Frankfurt kanadischer Staatsbürger durch Kabinettsbeschluss. All das wird ohne weinerliche Töne, "cool" und in erfrischendem, selbstironischen Ton erzählt. Die Eltern - der Vater war der letzte Kultusbeamte der liberalen jüdischen Gemeinde in Frankfurt - sah er nicht mehr

ISBN 978-3-928100-55-7, 144 Seiten, 12,80 Euro

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