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Monica Kingreen
Jüdisches Landleben
in Windecken, Ostheim und Heldenbergen
Die Namen der nationalsozialistischen Heerführer und Ideologen sind im
Gedächtnis geblieben. Die Juden aber, Kinder und Erwachsene gingen ins
Kollektiv der Opfer ein: ermordet, vertrieben, verschollen. Statt uns
auf die Benennung der Gesichtslosen Millionen zu beschränken, die ermordet
worden sind, sollten wir endlich die einzelnen ins Blickfeld rücken. (Walter
Jens)
Bei der Enthüllung einer Gedenktafel für die zerstörte Synagoge wurden
die Namen der ermordeten Menschen aus Heldenbergen verlesen. Das waren
61 Namen, darunter die von zahlreichen Kindern. Das jüngste war der kleine
Alfred Rothschild, der mit 5 Jahren mit seiner Familie aus Heldenbergen
verschleppt und ermordet worden war.
Monica Kingreen: "Meine Tochter war, als ich diesen Namen hörte, gerade
fünf Jahre alt. Innerlich sah ich so den kleinen Alfred vor mir und
entschloss
mich, dass er und seine Familie und alle jüdischen Menschen die in Windecken,
Ostheim und Heldenbergen gelebt hatten, nicht vergessen werden dürfen."
Diesem Entschluss verdanken wir einen ergreifendem Beitrag zur Aufarbeitung
eines Teils deutsch-jüdischer Geschichte. Durch den von Monica Kingreen
gewählten und im Buch eingelösten Anspruch ist es gelungen, am Beispiel
dreier Ortschaften etwa 20 Kilometer nordöstlich von Frankfurt ein nahezu
vollständiges Bild vom jüdischem Leben auf dem Lande aufzuzeigen. Das
Judentum war ja seit Jahrhunderten im hessischen Raum verwurzelt. Deshalb
wird dieses umfangreiche, mit mehr als 600 Fotos anschaulich gemachte
Buch über die Grenzen Hessens hinaus exemplarische Bedeutung gewinnen.
Sie begann, nach den Spuren dieser Menschen zu suchen, die vor 60 Jahren
in diesen Orten gelebt hatten, woher sie und ihre Vorfahren kamen und
was aus ihnen geworden ist - aus jedem einzelnen, der Schneiderin, dem
Rindsmetzger, dem Sangesbruder, dem kämpferischem Studentenführer, der
Schulfreundin...
Sie sprach mit denen, die rechtzeitig entkommen konnten, legal mit einem
Visum nach Amerika oder als Flüchtlinge durch Frankreich und über die
Pyrenäen in den Kibbuz. Sie folgte dem Weg derer, die nicht mehr sprechen
konnten, ihr Leben nicht retten konnten, wie sie verzweifelt um ihr Leben
kämpften, wie sich ihre letzte Hoffnungen zerschlugen, bis sich ihre Spuren
als Namen und Nummern in den Deportationslisten der Gestapo verloren.
Neben einer Darstellung der historischen Entwicklungen des jüdischen Lebens
in den drei Ortsteilen gelingt es Monica Kingreen, die Menschen, die sich
hinter den Namen und Zahlen verbergen hervortreten zu lassen und in unser
Gedächtnis zurückzurufen.
Stimmen zum Buch:
Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Ich lernte daraus mehr als aus allem,
was ich sonst über den Holocaust sah und las. (Professor Troje)
Das Buch ist wirklich vorbildlich geworden. Mein niederländischer Kollege
in der Anne-Frank-Stiftung meinte: So etwas müsste in vielen Gemeinden in
Deutschland geschehen. (Lutz van Dijk, Amsterdam)
Neben den ausführlichen historischen Dokumenten sind die Schilderungen der
einzelnen Schicksalswege das Herzstück des Buchs. Aus diesem bewegenden
Einzelschicksalen formt sich ein eindrucksvolles Bild jüdischen Lebens auf
dem Lande. (Frankfurter Rundschau)
Ein solches Werk war längst überfällig. (Deutsche Welle)
Herausgekommen ist ein ergreifendes Buch, das bundesweit erhebliche Bedeutung
bekommen wird.
(Hanauer Anzeiger)
ISBN 978-3-928100-27-4, 536 Seiten, Hardcover Großformat, 25,50 Euro
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